Informationen über das Symposium

Religionswissenschaftliches Symposium 2021 in Bremen

Dieses Jahr findet das 27. Symposium der Studierenden der Religionswissenschaft in Bremen statt. Die aus studentischer Initiative hervorgehende mehrtägige Veranstaltung findet seit 1994 jährlich statt und ermöglicht Studierenden der Religionswissenschaft aus allen Fachsemestern, vom Bachelor-Niveau bis zum Promotionsstudium, sich auf verschiedenen Ebenen wissenschaftlich zu vernetzen, zu präsentieren und Studienerfahrungen an unterschiedlichen Standorten auszutauschen. Somit bietet es als Forum für deutschsprachige Studierende der Religionswissenschaft Raum für viele studentische Belange – von Hochschulpolitik über Studienorganisation und Öffentlichkeitswirksamkeit des Faches bis hin zur Vernetzung von Nachwuchswissenschaftler*innen und der Eröffnung fachbezogener Berufsaussichten. Das Symposium stärkt damit das Öffentlichkeitsbewusstsein angehender Akademiker*innen und fördert Soft Skills wissenschaftlicher Kommunikation.

 

Thematisch wird sich dabei intensiv mit hochaktuellen Themen, Methoden und Theorien, die nicht nur im Fachdiskurs, sondern auch in der Öffentlichkeit Anklang finden und diskutiert werden, befasst.

 

Das Symposium 2021 steht unter dem Motto: Vielfalt Bilden – Bremer Religionsunterricht: Das Modell der Zukunft

 

Der Bremer Religionsunterricht ist in seiner heutigen Form ein deutschlandweit einmaliges Modell, welches die Schüler*innen nicht nach Konfessionen trennt, sondern ein gemeinsames und interreligiöses Lernen ermöglicht. Die Besonderheit des Religionsunterrichts basiert auf der in der Bremer Verfassung integrierten Bremer Klausel. Diese wurde als Artikel 32 der Landesverfassung von 1947 im Land Bremen eingeführt und befreit das Land Bremen von Artikel 7,3 des Grundgesetzes und damit von einem konfessionellen Religionsunterricht, da die Bremer Regelung des Religionsunterrichts vor der Einführung des Grundgesetzes bestand (vgl. Artikel 141,66 GG). Lediglich die kulturwissenschaftlich orientierte und überkonfessionelle Religionswissenschaft eignet sich als Grundlage für dieses Unterrichtsmodell und hat einen enormen Einfluss auf dessen Gestaltung und Konzept. Der so entstandene dialogische Religionsunterricht und die heterogene Schüler*innenschaft leisten einen Beitrag zum positiven Verständnis von (religiöser) Vielfalt in einer pluralen Gesellschaft. Dennoch ist das Bremer Modell in Deutschland und im deutschsprachigen Raum sehr unbekannt. Diesem Umstand soll u. a. mit dem Symposium in Bremen entgegengewirkt werden.
Über den schulischen Rahmen hinaus bietet das Studium der Religionswissenschaft auch andere Anwendungsfelder im Bereich Bildung. Der multiperspektivische Blick von Religionswissenschaftler*innen ermöglicht Tätigkeitsfelder beispielsweise im Kontext politischer Bildung, Erwachsenenbildung und fachwissenschaftlicher Diskurse.

 

Das Symposium wird sich durch Vorträge und Diskussionen mit schulischer und außerschulischer Bildung beschäftigen. Um Einblicke in die verschiedene Bildungsangebote zu erhalten, werden auch externe Referent*innen eingeladen.
Wesentliches Element des Symposiums ist ein intensives wissenschaftliches Tagungsprogramm, durch welches es den Studierenden über eine Vielzahl von Vorträgen, Forschungspräsentationen und Workshops ermöglicht wird, ihre Forschungsansätze professionell vorzuführen und sich darüber im Dialog kritisch und diskursiv auseinanderzusetzen.

 

Somit bietet es Möglichkeiten, öffentlich und konstruktiv mit Studierenden verschiedener Institute in Diskussion zu treten und so Themenfelder, Theorien und Methoden aus neuen Perspektiven zu betrachten. Vor allem Studierenden, die im Rahmen ihrer Studienlaufbahn einen Standortwechsel anstreben, wird auf dem Symposium die Gelegenheit geboten, in andere Institute und deren Theorien und Methoden einzutauchen und Anregungen für den weiteren akademischen Werdegang zu erhalten. Der Austausch mit Vertreter*innen anderer Standorte ermöglicht außerdem die Schärfung des eigenen Profils. Da ein weiteres Ziel des Symposiums die Kooperation der Studierendenschaft der verschiedenen religionswissenschaftlichen Studiengänge im deutschsprachigen Raum ist, findet ein Vernetzungstreffen statt, welches der persönlichen Vernetzung der Studierenden dient. Der überuniversitäre Austausch von Studierenden kann als Impuls für die aktive Mitgestaltung und Verbesserung religionswissenschaftlicher Bachelor- und Masterstudiengänge hinsichtlich des Studienablaufs und der Studienordnung dienen. Ein weiteres zentrales Anliegen des Symposiums besteht darin, berufliche Perspektiven aufzuzeigen. Hierfür werden praxisnahe Workshops angeboten.

Inhaltlich wird das Symposium aber von den Teilnehmenden bestimmt. Im Rahmen der Titelthematik kann ein Vortrag präsentiert oder ein Workshop angeboten werden. Nach einem öffentlichen „Call for Papers“ werden die Vorträge thematisch in Panels gruppiert. Es sollen drei Panels parallel stattfinden, wobei auf eine thematische Mischung geachtet wird. Das Begleitprogramm findet ergänzend statt.

Durch bestehende Erasmus-Partnerschaften ermöglicht der Veranstaltungsort Bremen die Teilnahme von Studierenden aus verschiedenen Ländern: Das Symposium richtet sich explizit an Studierende der Religionswissenschaft in Deutschland, Österreich und der Schweiz – so kann auch ein Erfahrungsaustausch bezüglich hochschulpolitischer und studienfachbezogener Themen innerhalb des deutschsprachigen Raums stattfinden. Dies schließt selbstverständlich auch dortige Auslandsstudierende mit ein.

Die viertägige Veranstaltung wird vom 13.-16. Mai 2021 stattfinden. In dieser Zeit wird es 24 Vorträge von Studierenden geben, außerdem werden Workshops zu berufsrelevanten Kompetenzen, hochschulpolitischer Zusammenarbeit, überregionaler und internationaler Vernetzung sowie eine öffentliche Podiumsdiskussion angeboten. Das konkrete Veranstaltungsprogramm der Tagung wird zwar voraussichtlich im Frühjahr 2020 fertiggestellt sein, doch der fachwissenschaftliche Teil des Symposiums wird durch Programm gerahmt werden, das dem intensiven Austausch der Studierenden dient; die Podiumsdiskussion soll von drei bis vier nicht-studentischen Referierenden gestaltet werden. Die Veranstalter*innen rechnen mit der Teilnahme von 100 Studierenden.

Die Durchführung des Symposiums soll die erhofften Effekte des Vorhabens wie Vernetzung, fachliche Weiterbildung und Öffentlichkeitswirkung erreichen. Mithilfe möglichst vieler Teilnehmenden und öffentlicher Zugänglichkeit einiger Veranstaltungen wird außerdem eine Vergrößerung der Projektreichweite erreicht. Abstracts, Programmhefte und ausgewählte Vorträge werden zudem online zugänglich gemacht.

Die Veranstaltung selbst soll zu einer Stärkung der bundesweiten Studierendenschaft und ihrer Anliegen beitragen. Zusätzlich sollen sich Studierende stärker deutschland- und europaweit vernetzten können. Die öffentliche Podiumsdiskussion trägt außerdem dazu bei, wichtige religionswissenschaftliche Ansätze und Erkenntnisse in dem aktuellen gesellschaftlichen Diskurs zu verankern. Bei dem Thema Bildung ist dieses äußerst wichtig.

Das Symposium der Studierenden der Religionswissenschaft im deutschsprachigen Raum wird seit 2008 regelmäßig durch das Programm zur „Förderung zentraler hochschulbezogener Maßnahmen” finanziell unterstützt. Die Symposien sind eine einzigartige Gelegenheit der Studierenden der Religionswissenschaft, eine wissenschaftliche Tagung nicht nur mitzuerleben, sondern auch aktiv zu gestalten. Aktuelle gesellschaftliche Diskurse um Religion zeigen die Relevanz von Veranstaltungsreihen, welche die Ausbildung und Weiterbildung von Expertinnen und Experten in diesem Bereich unterstützen und in einen sachlichen Rahmen zur Diskussion stellen. Ebenfalls sichert der kontinuierliche Austausch von Studierenden auf den Symposien deren bundesweite und internationale Vernetzung. Dies kann wichtige Impulse für eine akademische Karriere oder weitere berufliche Perspektiven geben. Bedingt durch die geringe Größe religionswissenschaftlicher Studiengänge in Relation zu anderen Geistes- und Kulturwissenschaften ist eine regelmäßig stattfindende Tagung mit überregionaler Bedeutung zentral für die Entwicklung und Stärkung der Fachidentität, die sich durch eine werturteilsfreie und kulturwissenschaftliche Thematisierung religiöser Kontexte auszeichnet. Eine solche Position bietet angesichts gesellschaftlicher Pluralisierung eine neutrale Grundlage für eine öffentliche Diskussion auf Augenhöhe.

Bei Rückfragen stehen wir Ihnen jederzeit zur Verfügung und lassen Ihnen gern weitere Unterlagen zukommen. Informationen über die Studierendenvertretung erhalten Sie auch unter https://www.uni-bremen.de/religionswissenschaft/studium/studierendenvertretung-stuga/.

 

Herzliche Grüße
Studiengangsaktive Religionswissenschaft